Wir, eine Gruppe von zurzeit dreißig Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, wollen das Bürogebäude in der Niddastraße Ecke Karlstraße, im Frankfurter Bahnhofsviertel, umwandeln in ein selbstverwaltetes und unverkäufliches Wohnhaus mit dauerhaft bezahlbaren Mieten.

Unsere Initiative besteht aus zurzeit dreißig engagierten Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Unter uns sind Handwerker*innen und Angestellte, Beschäftigte in sozialen und technischen Berufen, Studierende und Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Familien und Alleinerziehende, ältere und jüngere Menschen von 0 bis 50 Jahren, die meisten aus dem Rhein-Main-Gebiet.

Wir setzen uns für neue Formen des Wohnens und Arbeitens in der Stadt ein und wollen dauerhaft bezahlbaren und solidarischen Wohnraum schaffen. Solidarisches Wohnen beginnt bereits bei der gemeinsamen Planung und Realisierung des Hausprojekts in der Niddastraße und umfasst auch die Möglichkeit einer gemeinschaftlichen Organisation des Alltags.

Wohnen wird immer teurer

In den letzten Jahren ist der Wohnungsmarkt in den Stadten immer angespannter geworden. Die Mieten steigen bestandig und nehmen einen immer großer werdenden Teil der Lebenshaltungskosten ein. In Innenstadtnahe gibt es in den Ballungsgebieten mittlerweile kaum noch bezahlbaren Wohnraum.

Daher sehen wir in Formen gemeinschaftlichen Wohnens eine sinnvolle Alternative. Dass sich der Einsatz für andere Wohn- und Lebensentwürfe lohnt, zeigt alleine, dass die Stadt Frankfurt mit der Ausschreibung der Niddastraße 57 und 59 und noch weiterer Häusern mittlerweile das Problem nicht mehr ignoriert. Dennoch stehen auch weiterhin in den meisten Städten zahlreiche Gebäude leer, durch deren Umnutzung bei gleichzeitigem Entzug aus dem Mietmarkt mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden könnte.

Die Umnutzung leerstehender Gebäude ist fur uns eine naheliegende Form der vermeintlichen Knappheit von Wohnraum in den Innenstädten etwas entgegen zu setzen.

Kollektives Eigentum schaffen!

Wir sind der Überzeugung, dass dauerhaft bezahlbarer Wohnraum nur gemeinschaftlich und nur jenseits des Wohn- und Immobilienmarktes geschaffen werden kann. Nur so kann aktiv verhindert werden, dass Wohnraum zum Anlage- und Spekulationsobjekt wird. Das Mietshauser-Syndikat bietet die Möglichkeit und die notwendige Erfahrung, um Wohnraum jenseits des Marktes zu schaffen.

Anders als bei herkömmlichen Baugruppen und -genossenschaften können Gebäude die im Modell des Mietshäuser Syndikats organisiert sind nicht mehr veräußert werden. Das Haus bleibt dauerhaft im kollektiven Besitz seiner Mieter*innen. Darin sehen wir ein politisches Projekt, mit dem wir der individuellen Abhängigkeit gegenüber Vermieter*innen, Mietpreisentwicklung und Renditeerwartungen solidarisches und selbstbestimmtes Handeln entgegensetzen können.

Das Mietshäuser Syndikat

Das Mietshäuser Syndikat existiert seit mittlerweile über 20 Jahren und hat sich zur Aufgabe gemacht, Wohnraum dem Immobilienmarkt auf Dauer zu entziehen. Dafür berät es selbstorganisierte Hausprojekte, beteiligt sich finanziell an diesen und hilft mit Know-how bei der Projektfinanzierung. Auf diesem Weg wurde mittlerweile Wohnraum für über 1.800 Menschen geschaffen.

Wesentlich an dem Syndikatsmodell ist, dass die Bewohner*innen zwar über alle Belange des Hauses bestimmen, aber nicht dessen Eigentümer*innen sind. Die Eigentümerin des Hauses – verstanden als Gemeineigentum – ist die jeweilige Hausbesitz-GmbH, deren Gesellschafter*innen zum einen der Bewohner*innen-Verein und zum anderen das Mietshäuser Syndikat sind. So bleibt das Haus dauerhaft ein gemeinschaftliches Wohnprojekt, auch wenn im Laufe der Zeit Bewohner*innen aus- und neue einziehen.

Das Mietshüuser Syndikat ist ein Erfolgsmodell, das bereits Schule macht. In Tübingen, Hamburg und Berlin fördern Stadtregierungen aktiv die Selbstorganisation von Mieter*innen im Syndikat. In Freiburg werden mittlerweile sogar ganze Neubauviertel im Syndikatsmodell errichtet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.syndikat.org

Wie können wir ein solches Projekt realisieren?

Um ein selbstorganisiertes Haus als Gemeineigentum zu schaffen, das langfristig bezahlbaren Wohnraum für viele Menschen bietet, braucht es natürlich Geld. Zur finanziellen Realisierung des Projekts arbeiten wir mit verschiedenen Kreditgeber*innen zusammen.

Das Modell des Mietshäuser Syndikates sieht vor, dass neben der Bank, die wir auf jeden Fall nach Geld fragen müssen, auch Einzelpersonen dem Projekt Geld leihen können. Das Ziel ist dabei, durch ein hohes Eigenkapital an privaten Investitionen den Kredit bei der Bank so gering wie möglich zu halten und somit langfristig günstige Mieten im Projekt garantieren zu können. Privatkreditgeber*innen finden in unserem Projekt eine transparente und solidarische Geldanlage, sogar mit Option auf Verzinsung.

Wenn Sie unser Ziel, selbstverwaltetes und gemeinschaftliches Wohnen in der Stadt für viele Menschen zu ermöglichen, teilen, können Sie uns unterstützen: Erzählen Sie ihren Freund*innen und Bekannten von unserem Projekt. Und mit einem Direktkredit können Sie zur Verwirklichung des Projekts beitragen.

 

Hausprojekt NiKa e.V. & GmbH

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